GESCHICHTE DER MÜHLE

Eine Mühle ist seit alters her mehr als ein technisches Wunderwerk. Mit deren Hilfe konnte der Mensch die Kraft des Wassers für seine Arbeit nutzen.

Wann die Koppenmühle genau erbaut wurde, konnten wir nicht schlüssig feststellen.

Im Landesarchiv von Baden Württemberg ist ein Vermerk einzusehen, dass sieben Schiedsmänner den Streit zwischen Paul Kopp, Müller zu Obersontheim (Koppenmühle) und Georg Baumetzer Müller auf der Mittelmühle wegen des Mühlwehrs an der Mittelmühle und Schlagung eines neuen Eichpfahls schlichteten. Dies wurde zum Datum 11. April 1611 notiert.

Im Jahre 1683 wurde die Mühle aufgebaut. Hier heißt es dazu, dass sie nach dem 30-jährigen Krieg vermutlich wieder neu aufgebaut wurde. Ab dem Jahre 1720 gab es größere Neuerungen am Gebäude und im Jahr 1821 wurde ein Blocksägewerk dazu gebaut, dessen kleines Mühlrad man an dem hinteren Gebäude heute noch sehen kann. Im Jahr 1856 wurde das Sägewerk mit einem weiteren Mühlrad erweitert, die Mühle hatte in dieser Ausbaustufe insgesamt 3 Wasserräder.

Kulturdenkmal
MÜHLRAD

Das große Originalmühlrad ist von außen nicht sichtbar. Es befindet sich quasi eingebaut im großen Mühlkanal an der Hinterseite der Mühle, ist eingemauert und hat einen Durchmesser von ca. 5,60 Meter und eine Breite von 1,30 Meter. Dieses große Mühlrad wurde 1888 aufgebaut; dafür wurde ein kleineres Mühlrad wieder entfernt, so dass ab dieser Zeit die Mühle das Erscheinungsbild von heute hat.

DETAILS

MÜHLE DURCH DIE ZEIT

In der Wasserakte im Kreis Schwäbisch Hall wurde die Koppenmühle erstmals ca. 1790 aufgeführt. Sie hat also sicherlich sehr wechselhafte Epochen bis heute erleben können.

Die Koppenmühle war offenbar zuerst gemeinherrschaftliches Gut der obersontheim-onolzbachischen Landesherren und wurde von denen auch bis 1815 verpachtet. Eine genaue zeitliche Reihenfolge der Pächter lässt sich anhand der Unterlagen nicht festlegen.

Der erste Pächter war offenbar der oben genannte Paul Kopp. Dann kam im Jahre 1750 ein Sebastian Zügel, über dessen Nachlass ein Inventar aufgestellt wurde. Der nächste feststellbare Pächter ist Johann Martin Störle. Wann die Pacht in diesem Falle begonnen hat, konnte leider nicht festgestellt werden. Ab 1785 betrieb er die Koppenmühle gemeinsam mit seinem Schwiegersohn, Johann Georg Altreuther. Die Pacht wurde mehrfach verlängert, auch nachdem Obersontheim 1807 zum Königreich Württemberg kam. Nach dem Tod von Georg Johann Altreuther im Dezember 1813 endete das Pachtverhältnis im Jahr 1814. Am 21. Juli 1814 wurde die Koppenmühle für 4.450 fl. an Johann Andreas Graf aus Onolzheim verkauft.

Wie die Koppenmühle dann in den Besitz der Gemeinde gelangt ist, ließ sich bisher nicht klären.

Im Jahr 1908 hat die Gemeinde Obersontheim die Pacht von Müller Eller gekündigt und die Koppenmühle an die Familie Knobel verkauft. Es war die Familie Knobel, die diese Mühle noch bis ins Jahr 1985 betrieben hatte. Sie war damit eine der letzten traditionellen Kornmühlen, die im ganzen Kreis Schwäbisch Hall noch im Betrieb gehalten wurde.

Danach wurde die Koppenmühle, wegen ihrem unveränderten Zustand, vom Denkmalamt zum erhaltenswerten Kulturdenkmal erhoben. Sie könnte heute auch wieder in Betrieb gehen, wenn die nötigen Antriebsriemen aufgelegt würden.

Ab dem Jahr 1998 wurde die Mühle komplett saniert. So bekam sie eine Isolierung unter den Dachschindeln und eine komplett neue Zentral-Heizungsanlage, die dann noch von Flüssiggas auf Netz-Gas umgestellt wurde. Auch wurde die elektrische Anlage grundsätzlich erneuert und außen wurden die kompletten Fassaden neu gemacht.

VON DAMALS BIS HEUTE